Was für Take-away, Kantinen und Gastronomie in der EU und in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Spanien gilt. Stand: Oktober 2026.
Seit dem 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) in allen EU-Ländern. Sie legt einen gemeinsamen Mindeststandard für Mehrweg fest. Einige Länder gehen schon heute weiter. Die wichtigsten Termine:
Dieser Ratgeber fasst die Regeln verständlich zusammen und ist keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Gesetzestexte und deine zuständige Behörde.
Wer Speisen und Getränke zum Mitnehmen verkauft, muss Behälter befüllen, die Kundinnen und Kunden mitbringen, ohne Aufpreis und zu keinen schlechteren Bedingungen als bei Einweg (Artikel 32 PPWR).
Heiße und kalte Getränke und verzehrfertige Speisen zum Mitnehmen müssen auch in Mehrwegverpackungen in einem funktionierenden Mehrwegsystem angeboten werden. Die Mehrwegoption darf nicht teurer sein als Einweg, muss gut sichtbar beworben werden, und die Verpackungen müssen zurückgenommen werden (Artikel 33). Ab 2030 sollen Betriebe 10 Prozent ihrer Take-away-Produkte in Mehrweg verkaufen.
Einwegverpackungen aus Kunststoff für Speisen und Getränke, die vor Ort verzehrt werden, sind in der Gastronomie verboten, auch in Kantinen von Caterern (Anhang V). Getränkevertreiber müssen mindestens 10 Prozent ihrer Getränke in Mehrweg anbieten, bis 2040 steigt der Anteil auf 40 Prozent (Artikel 29).
Kleinstunternehmen nach EU-Definition, also mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme, sind von den Angebotspflichten für Take-away ausgenommen. Strengere nationale Regeln, etwa in Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden, gelten weiter.
Viele Länder haben vor der PPWR eigene Mehrwegregeln eingeführt. Sie bleiben in Kraft und gelten oft früher oder strenger. Die wichtigsten für die Gastronomie:
Seit 1. Januar 2023 müssen Take-away-Betriebe jede Speise und jedes Getränk auch in Mehrweg anbieten, ohne Aufpreis (Verpackungsgesetz, §§ 33 und 34). Kleine Betriebe mit bis zu fünf Beschäftigten und 80 Quadratmetern befüllen stattdessen mitgebrachte Behälter. Bußgelder bis 10.000 Euro. Zum Ratgeber für Deutschland
Seit 1. Januar 2023 müssen Restaurants mit mindestens 20 Plätzen, Fast-Food-Ketten eingeschlossen, Speisen und Getränke für den Verzehr vor Ort in Mehrweggeschirr servieren (Loi AGEC). Kundinnen und Kunden dürfen eigene Behälter mitbringen, und Unternehmen müssen einen wachsenden Anteil an Mehrwegverpackungen in Verkehr bringen, bis 2027 sind es 10 Prozent. Zum Ratgeber für Frankreich
Seit Juli 2023 müssen Take-away-Betriebe eine Mehrwegoption anbieten oder mitgebrachte Behälter befüllen. Seit 1. Januar 2024 sind Einwegbecher und -schalen mit Kunststoff für den Verzehr vor Ort verboten, auch in Büros, Kantinen und bei geschlossenen Veranstaltungen, außer es werden 85 Prozent (2026) bzw. 90 Prozent (2027) fürs Recycling gesammelt. Zum Ratgeber für die Niederlande
Österreich verpflichtet Lebensmittelhändler mit mehr als 400 Quadratmetern, Getränke in Mehrweg anzubieten, und strebt eine Mehrwegquote von 25 Prozent 2025 und 30 Prozent 2030 an. Spanien legt Mehrwegquoten für Getränke in der Gastronomie fest, zum Beispiel ab 2025 80 Prozent bei Bier und 30 Prozent bei Wasser, mit weiteren Steigerungen bis 2030.
Egal in welchem Land: Mehrweg rechnet sich nur, wenn Behälter schnell zurückkommen. Die Rückgabe über die Theke kostet Personalzeit, besonders mittags, in Kantinen und bei Events.
Ein Rückgabeautomat übernimmt diesen Schritt. Er erkennt Behälter per KI-Bilderkennung, QR-Code oder RFID, nimmt sie rund um die Uhr an und zahlt das Pfand automatisch aus. Weil ein CircleCube mit mehreren Mehrwegsystemen funktioniert, brauchst du in jedem Land nur einen Rückgabepunkt statt einen pro System.
Einblicke
Mehrwegverpackungen funktionieren nur, wenn die Behälter zurückkommen. Heute verlieren die meisten Mehrwegsysteme bei der Rückgabe Zeit und Personal.
Einblicke
Rückgabeautomaten, die an ein System gebunden sind, lassen Gäste raten. Ein neutraler Automat nimmt Behälter mehrerer Systeme an einem Punkt zurück.
Praxisbeispiel
Auf dem Münchner Viktualienmarkt nimmt ein einheitliches Mehrwegsystem Becher und Bowls rund um die Uhr an Rückgabeautomaten zurück.