Ein Ratgeber für Gastronomie, Kantinen, Bäckereien und Caterer in Deutschland: die Regeln, die Fristen und was du jetzt tun solltest. Stand: Oktober 2026.
Für Essen und Getränke zum Mitnehmen gilt in Deutschland heute das Verpackungsgesetz (VerpackG). Ab 2027 kommen die Pflichten der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) dazu. Die wichtigsten Termine:
Dieser Ratgeber fasst die Regeln verständlich zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Gesetzestexte und die Auskünfte deiner zuständigen Behörde.
Du bist auch in anderen Ländern aktiv? Hier findest du den Überblick über die Mehrwegregeln in Europa, mit Ratgebern für Frankreich und die Niederlande.
Alle Betriebe, die Essen oder Getränke zum Mitnehmen erst vor Ort in Einwegverpackungen füllen: Restaurants, Imbisse, Cafés, Bäckereien, Kantinen, Caterer, Tankstellen und Supermärkte mit Theke. Die Pflicht gilt für Einweg-Lebensmittelverpackungen, die ganz oder teilweise aus Kunststoff bestehen, und für Einweg-Getränkebecher aus jedem Material.
Jedes Gericht und jedes Getränk zum Mitnehmen muss es auch in einer Mehrwegverpackung geben. Die Mehrwegvariante darf nicht teurer sein und nicht zu schlechteren Bedingungen angeboten werden als Einweg. Ein Pfand ist erlaubt. Die Mehrwegverpackungen, die du ausgibst, musst du auch zurücknehmen, und du musst deine Gäste mit gut sichtbaren Schildern auf das Angebot hinweisen.
Betriebe mit höchstens fünf Beschäftigten und höchstens 80 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen keine eigene Mehrwegverpackung anbieten. Sie müssen aber mitgebrachte Behälter der Gäste auf Wunsch befüllen und darauf hinweisen.
Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten und können mit Bußgeldern bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Kontrolliert wird von den Ordnungsämtern.
Die PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) ist im Februar 2025 in Kraft getreten und gilt seit dem 12. August 2026. Als Verordnung gilt sie direkt in allen EU-Ländern, ohne Umsetzung in nationales Recht.
Take-away-Betriebe müssen Gästen ermöglichen, eigene Behälter befüllen zu lassen, ohne Aufpreis und zu keinen schlechteren Bedingungen als bei Einweg.
Für kalte und heiße Getränke und für Speisen zum Mitnehmen muss eine Mehrwegverpackung angeboten werden, eingebunden in ein funktionierendes Mehrwegsystem. Sie darf nicht teurer sein als Einweg, und am Verkaufsort muss gut sichtbar darauf hingewiesen werden. Bis 2030 sollen Betriebe anstreben, 10 Prozent ihrer Take-away-Produkte in Mehrweg zu verkaufen.
Speisen und Getränke, die vor Ort verzehrt werden, dürfen nicht mehr in Einwegverpackungen aus Kunststoff ausgegeben werden. Auch Portionsverpackungen aus Kunststoff, etwa für Zucker, Kaffeesahne oder Soßen, sind beim Verzehr vor Ort dann verboten.
Kleinstunternehmen nach EU-Definition, also mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme, sind von den Angebotspflichten der PPWR ausgenommen. Die deutsche Mehrwegangebotspflicht gilt weiter. Für viele Betriebe in Deutschland ändert sich bis 2028 deshalb vor allem eines: Mehrweg muss nicht nur angeboten werden, es muss auch funktionieren.
Mehrweg lohnt sich erst, wenn die Behälter oft und schnell zurückkommen. In vielen Betrieben läuft die Rückgabe aber noch über die Theke: Das Personal nimmt Behälter an, prüft sie, zahlt das Pfand aus und lagert sie, oft genau in der Mittagsspitze.
Ein Rückgabeautomat übernimmt diesen Schritt. Er erkennt Behälter per KI-Bilderkennung, QR-Code oder RFID, nimmt sie rund um die Uhr an und zahlt das Pfand automatisch aus. Weil ein CircleCube mit mehreren Mehrwegsystemen funktioniert, brauchst du nicht für jedes System einen eigenen Rückgabepunkt. Beispiele aus dem Alltag sind der Viktualienmarkt in München und der Mainzer Weinmarkt.
Einblicke
Mehrwegverpackungen funktionieren nur, wenn die Behälter zurückkommen. Heute verlieren die meisten Mehrwegsysteme bei der Rückgabe Zeit und Personal.
Einblicke
Rückgabeautomaten, die an ein System gebunden sind, lassen Gäste raten. Ein neutraler Automat nimmt Behälter mehrerer Systeme an einem Punkt zurück.
Praxisbeispiel
Auf dem Münchner Viktualienmarkt nimmt ein einheitliches Mehrwegsystem Becher und Bowls rund um die Uhr an Rückgabeautomaten zurück.