Was Restaurants, Fast-Food-Ketten, Kantinen und Caterer in Frankreich heute tun müssen und was die PPWR ab 2027 ergänzt. Stand: Oktober 2026.
Frankreich war früh dran: Das Anti-Verschwendungsgesetz für eine Kreislaufwirtschaft (Loi AGEC, 2020) schreibt schon heute Mehrweggeschirr für den Verzehr vor Ort vor. Ab 2027 kommen mit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) Pflichten für Take-away dazu. Die wichtigsten Termine:
Dieser Ratgeber fasst die Regeln verständlich zusammen und ist keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Gesetzestexte und die zuständige Behörde.
Seit 1. Januar 2023 müssen Betriebe, die mindestens 20 Personen gleichzeitig bewirten können, Speisen und Getränke für den Verzehr vor Ort in Mehrweggeschirr servieren: Becher, Deckel, Teller, Behälter und Besteck. Das trifft vor allem Fast-Food-Ketten, die bisher auf Einweg gesetzt haben.
Eine allgemeine Mehrwegpflicht für Take-away gibt es in Frankreich noch nicht. Kundinnen und Kunden dürfen sich Speisen und Getränke aber in einen sauberen, mitgebrachten Behälter füllen lassen, und wer Getränke zum Mitnehmen verkauft, muss dafür einen niedrigeren Preis anbieten. Städte wie Paris fördern den Umstieg auf Mehrweg im Take-away.
Unternehmen, die verpackte Produkte in Frankreich in Verkehr bringen, müssen den Anteil wiederverwendeter Verpackungen schrittweise auf 10 Prozent im Jahr 2027 erhöhen (Dekret 2022-507). Große Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz haben 2023 mit 5 Prozent begonnen, kleinere ab 2025 oder 2026.
Bei Verstößen kann die Behörde zunächst förmlich abmahnen und dann Verwaltungsbußgelder verhängen.
Die PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) gilt seit dem 12. August 2026 direkt auch in Frankreich. Für Take-away ist sie die größere Änderung: Ab 2028 wird eine Mehrwegoption Pflicht. Überblick über alle Länder
Take-away-Betriebe müssen mitgebrachte Behälter befüllen, ohne Aufpreis und zu keinen schlechteren Bedingungen als bei Einweg.
Für kalte und heiße Getränke und für Speisen zum Mitnehmen muss eine Mehrwegoption in einem funktionierenden Mehrwegsystem angeboten werden. Sie darf nicht teurer sein als Einweg und muss am Verkaufsort gut sichtbar beworben werden. Bis 2030 sollen Betriebe 10 Prozent ihrer Take-away-Produkte in Mehrweg verkaufen.
Speisen und Getränke für den Verzehr vor Ort dürfen EU-weit nicht mehr in Einwegverpackungen aus Kunststoff angeboten werden. Auch Portionsverpackungen aus Kunststoff, etwa für Zucker, Kaffeesahne oder Soßen, sind vor Ort dann verboten.
Kleinstunternehmen nach EU-Definition, mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme, sind von den Angebotspflichten der PPWR ausgenommen. Die französischen Regeln der Loi AGEC gelten weiter, auch für kleine Restaurants ab 20 Plätzen.
Mehrweg rechnet sich nur, wenn Behälter oft und schnell zurückkommen. In vielen Betrieben läuft die Rückgabe noch über die Theke: Das Personal nimmt Behälter an, prüft sie, zahlt das Pfand aus und lagert sie, oft mitten im Mittagsgeschäft.
Ein Rückgabeautomat übernimmt diesen Schritt. Er erkennt Behälter per KI-Bilderkennung, QR-Code oder RFID, nimmt sie rund um die Uhr an und zahlt das Pfand automatisch aus. Weil ein CircleCube mit mehreren Mehrwegsystemen funktioniert, brauchst du nicht für jedes System eine eigene Rückgabestelle. Beispiele im Alltag sind der Viktualienmarkt in München und der Mainzer Weinmarkt.
Einblicke
Mehrwegverpackungen funktionieren nur, wenn die Behälter zurückkommen. Heute verlieren die meisten Mehrwegsysteme bei der Rückgabe Zeit und Personal.
Einblicke
Rückgabeautomaten, die an ein System gebunden sind, lassen Gäste raten. Ein neutraler Automat nimmt Behälter mehrerer Systeme an einem Punkt zurück.
Praxisbeispiel
Auf dem Münchner Viktualienmarkt nimmt ein einheitliches Mehrwegsystem Becher und Bowls rund um die Uhr an Rückgabeautomaten zurück.