Was Restaurants, Cafés, Kantinen, Büros und Take-away-Betriebe in den Niederlanden heute tun müssen und was die PPWR ergänzt. Stand: Oktober 2026.
Die Niederlande haben die EU-Einwegkunststoffrichtlinie strenger umgesetzt als die meisten Länder. Geregelt sind sowohl Take-away als auch der Verzehr vor Ort. Die wichtigsten Termine:
Dieser Ratgeber fasst die Regeln verständlich zusammen und ist keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Gesetzestexte und die zuständige Behörde.
Seit 1. Januar 2024 dürfen Betriebe für den Verzehr vor Ort keine Einwegbecher und Speiseverpackungen mit Kunststoff mehr ausgeben. Das gilt auch für Pappbecher mit Kunststoffbeschichtung. Betroffen sind Hotels, Cafés und Restaurants, aber auch Büros, Betriebskantinen, Schulen, Sportvereine, Freizeitparks und geschlossene Veranstaltungen.
Einwegbecher und -schalen bleiben vor Ort nur erlaubt, wenn sie getrennt gesammelt und recycelt werden: mindestens 85 Prozent 2026 und 90 Prozent 2027. Wer die Ausnahme nutzt, muss sich bei der Inspektion für Umwelt und Verkehr (ILT) registrieren und Buch führen.
Seit 1. Juli 2023 müssen Take-away- und Lieferbetriebe eine Mehrwegalternative anbieten, zum Beispiel einen Pfandbecher oder eine Pfandschale, oder mitgebrachte Behälter befüllen. Den geplanten Aufpreis auf Einwegverpackungen setzen die Behörden nicht mehr durch, er wird abgeschafft. Die Mehrwegpflicht bleibt.
Die ILT setzt die Regeln durch. Wer weder auf Mehrweg umstellt noch die Sammelquoten erfüllt und sich registriert, muss mit Maßnahmen der Behörde rechnen.
Die PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) gilt seit dem 12. August 2026 direkt auch in den Niederlanden. Viele ihrer Regeln für den Verzehr vor Ort gibt es dort schon. Für Take-away macht sie die Mehrwegoption zur festen EU-Pflicht. Überblick über alle Länder
Take-away-Betriebe müssen mitgebrachte Behälter befüllen, ohne Aufpreis und zu keinen schlechteren Bedingungen als bei Einweg.
Für kalte und heiße Getränke und für Speisen zum Mitnehmen muss eine Mehrwegoption in einem funktionierenden Mehrwegsystem angeboten werden. Sie darf nicht teurer sein als Einweg und muss am Verkaufsort gut sichtbar beworben werden. Bis 2030 sollen Betriebe 10 Prozent ihrer Take-away-Produkte in Mehrweg verkaufen.
Speisen und Getränke für den Verzehr vor Ort dürfen EU-weit nicht mehr in Einwegverpackungen aus Kunststoff angeboten werden. Auch Portionsverpackungen aus Kunststoff, etwa für Zucker, Kaffeesahne oder Soßen, sind vor Ort dann verboten.
Kleinstunternehmen nach EU-Definition, mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme, sind von den Angebotspflichten der PPWR ausgenommen. Die niederländischen Regeln gelten weiter. Beim Verzehr vor Ort sind die Niederlande heute schon da, wo die ganze EU 2030 sein wird.
Mehrweg rechnet sich nur, wenn Behälter oft und schnell zurückkommen. In vielen Betrieben läuft die Rückgabe noch über die Theke: Das Personal nimmt Behälter an, prüft sie, zahlt das Pfand aus und lagert sie, oft mitten im Mittagsgeschäft.
Ein Rückgabeautomat übernimmt diesen Schritt. Er erkennt Behälter per KI-Bilderkennung, QR-Code oder RFID, nimmt sie rund um die Uhr an und zahlt das Pfand automatisch aus. Weil ein CircleCube mit mehreren Mehrwegsystemen funktioniert, brauchst du nicht für jedes System eine eigene Rückgabestelle. Beispiele im Alltag sind der Viktualienmarkt in München und der Mainzer Weinmarkt.
Einblicke
Mehrwegverpackungen funktionieren nur, wenn die Behälter zurückkommen. Heute verlieren die meisten Mehrwegsysteme bei der Rückgabe Zeit und Personal.
Einblicke
Rückgabeautomaten, die an ein System gebunden sind, lassen Gäste raten. Ein neutraler Automat nimmt Behälter mehrerer Systeme an einem Punkt zurück.
Praxisbeispiel
Auf dem Münchner Viktualienmarkt nimmt ein einheitliches Mehrwegsystem Becher und Bowls rund um die Uhr an Rückgabeautomaten zurück.